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Verlinkung vernachlässigbar? Über die Änderung des Suchprozesses

Das war eigentlich das Strukturprinzip des WWW, dass man mit blau unterlegten Hyperlinks (blau unterlegt) auf andere Inhalte verweisen konnte. Diese Vernetzung von Inhalten war die Struktur, die man als Anbieter legen und als Nutzer*in verfolgen kann. – Google veröffentlicht jetzt Statistiken, dass Links von Nutzern nicht mehr verfolgt werden: 68% der Google-Suchen enden ohne einen Klick [via Sven Gigold]. Sprich: Das Konzept der “Such”maschine, gleich Antworten zu liefern, ist im Trend.

Wichtig in einer solchen Situation ist, wie Gigold sagt:

Die große Herausforderung ist jetzt nicht “noch mehr Content”, sondern “noch mehr Verbindung” – Community und echte Beziehungen jenseits der großen Plattformen werden wichtiger, wenn du nachhaltige Reichweite und Umsätze haben willst.

Sprich: Eigene Plattformen werden wichtiger, beispielsweise das Wiblio-Projekt der Berliner Bibliotheken, bibcourse, die Blogs und eben nicht die Honigtöpfe der großen Plattformen, an denen selbstbestimmtes Handeln und Informationsgewinnung kleben bleibt.

[Der Sven Gigold-Eintrag stammt aus rivva]

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Änderung der Google-Suche

Keine Banner, keine Ads – die Werbung wandert direkt in die Antwort. Was verdeckt ist, ist die blitzschnell vorhergehende Auktion, wer bzw. wessen Werbung zum Zug kommt, die dann direkt in die Antwort eingeflochten wird. Und dafür benötigt Google die ganzen Daten aus den verschiedensten Diensten, um das Menü gebrauchsfertig anrühren zu können, ein Menü, das fast ohne Hinweis auf die Quellen auskommt.

Ein sehr instruktiver Bericht aus dem Weblog von Matthias Ott, zwar englischsprachig, aber sehr gut zu verstehen! Vielleicht sollte man sich das Ende seines Beitrags nochmal auf der Zunge zergehen lassen:

Google is betting its entire future on a world where people eagerly hand over their emails, their files, their habits, and their trust – to an AI system that will quietly auction off their attention, word by word, to the highest bidder. The ad infrastructure is ready. The question is whether the audience is.

[via rivva]

Langsame, systematische Austrocknung der Internetquellen

Erste große Website wegen Googles AI Suchergebnissen geschlossen
Übersicht mit KI: Erste große Website macht ganz konkret wegen Googles AI Suchergebnissen dicht – weil sie deshalb keine Besucher mehr “erfährt”.

Der Diebstahl der KI und die Effekte, die dies für die Internetnutzug und -recherche haben wird, wird hier plastisch geschildert. Holland-Cycling.com schließt 2026 seine Homepage. Artikel auf Herrmontag.

Änderungen im Suchmaschinenbereich

Sven Gigold referiert den Trend, dass Suchmaschinen eher zu Findemaschinen werden und dass der AI-Einbingungstrend dies noch verstärkt, so dass tendenziell weniger Traffic von Suchmaschinen zu Homepages, insbesondere zu mittleren und kleinen geleitet werden. Die diskutierten Lösungen – Blogrolls, Aggregatoren oder Linksammlungen überzeugen nicht recht, weil sie die Masse der Homepages gar nicht erschließen können und auch schnell(er) veralten. Zumal ja zu Recht gesagt wird, dass viele schon von den Suchmaschinen abgewandert sind und die Suche bei TikTok, YouTube oder Reddit verwenden …

Übrigens, Sven Gigold hat UberBlogr aufgebaut.

Test von Bezahlsuchmaschinen

“Bedenkt man den Privatsphäre-Verlust, der in der Aufzeichnung und Auswertung der täglichen Suchanfragen bei werbefinanzierten Suchmaschinen einhergeht, dann ist das Versprechen und die Technik der beiden kostenpflichtigen Suchmaschinen eine tolle Entwicklung. Für ein paar Euro im Monat bekommt man eine werbefreie Suche, die sogar technisch anonym gebaut ist. Der Support ist gut und die Bemühungen um den Datenschutz sind bei beiden Organisationen überzeugend verankert.”

Matthias Eberl hat auf dem Kuketz-Blog zwei Bezahlsuchmaschinen getestet: Metager und Kagi. Hier ist der vollständige Text.

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Dekoratives Bild: Fernglas

DBIS relaunch

DBIS in neuem Design!
Seit dem 15. Oktober ist das Datenbank-Infosystem DBIS mit komplett überarbeitetem Layout und neuer Benutzeroberfläche aufrufbar. Mit dem Update ist nicht nur eine modernere und intuitivere Nutzung möglich – die Webseite steht nun auch in englischer Sprache zur Verfügung!
Das DBIS verzeichnet alle wichtigen Infos zu Datenbanken und macht eine schnelle und fundierte Auswahl möglich.
Über die #HAB_WF können Nutzende auf das Infosystem zugreifen: hab.de/elektronische-medien/

Serveranlage der Herzog August Bibliothek: Eine Vielzahl an verschieden farbigen Kabeln verläuft vor einer Einheit mit LAN-Ports.

Etwas zur KI-Problematik und der Netzentwicklung

“Das führt dazu, dass das Internet und die Social-Media-Plattformen gerade in einem Tsunami von Spam- und Fake-Websites und -Profilen ertrinken. Manche sprechen bereits davon, dass das Informationszeitalter vom Zeitalter des Rauschens abgelöst wurde.
Im Ergebnis führt das dazu, dass die Ersetzung des Internets als Ort der Informationssuche durch die ärmere KI-Variante dadurch abgesichert wird, dass der Weg zurück zum ursprünglichen Internet versperrt ist, weil die generativen KIs es in atemberaubendem Tempo unbrauchbar gemacht haben.”

Aus einem Beitrag von Michael Seemann auf Ctrl-Verlust mit dem Titel “KI ist ein Coup: Das Internet, generative Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Demokratie”.

Open Syllabus: Galaxy – citation graph

“(…) shows the 1,138,841 most frequently assigned texts in the Open Syllabus corpus, a database of 7,292,573 college course syllabi.
The layout approximates the structure of the citation graph formed by connecting syllabi with the books and articles that are assigned in the course (node2vec → UMAP).”

Erstellt vom Open Syllabus Project. [via @phu@openbiblio.social]

Allerdings ist das schon vor zweieinhalb Jahren eingerichtet (version 2) und offensichtlich ist es seitdem nicht aktualisiert worden, da es noch dieselbe Anzahl an Einträgen aufweist.

Wissenschaftliche Suchmaschinen und AI/KI

Und schon sind sie da, alle miteinander. Diese Systeme werden schnell lernen, denn die Ex-Verlage haben den Content, die Metadaten, die Reviewingdaten und – durch das Tracking – die Informationsverhaltensdaten. Sie werden schnell den Kreis bestimmen, was Forschende überhaupt fragen können.

Renke Siems verweist auf Mastodon auf einen Nature-Artikel.