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Kein Ausweg aus der Schleife

Barbara Geyer schreibt in “KI in Lehre und Weiterbildung” über den Einsatz von KI in Schulungen, immer sehr instruktiv, auch unangenehmen Themen nicht aus dem Weg gehend.

Im aktuellen Eintrag “Kann ich KI nutzen, ohne zu schaden?” berichtet sie über den Einsatz von, nennen wir es einmal “agentischer  KI”. Sie nennt es anders, meint, dass die meisten die LLMs noch im “Telefonmodus” verwenden, dass dann aber als nächste Stufen der “Archivmodus” und dann der “Büromodus”, der im Augenblick oft als “agentische KI” diskutiert wird.

Sie dokumentiert sehr transparent ihr Tun und kommt zum Schluss dann zur Frage des Energieverbrauchs, auf den sie auch keine Antwort findet. KI sei so effektiv, dass man sie schulen müsse, und zwar nicht nur ein Programm, sondern möglichst mehrere, da verschiedene Programme und Versionen unterschiedliche Effizienz bieten. Bei der Frage des Verbrauchs von Umweltressourcen greift sie sogar zurück bis in die Dampfmaschinenzeit und zeigt kurz auf, welche gesellschaftliche Auswirkungen diese Technologie hatte. Um so offener, was ein breiter Einsatz von so genannter KI zurzeit bedeutet … Irgendwo kurz vor Schluss steht das ratlose “Kein Ausweg aus der Schleife”.

Unausweichlich, dass man sich selbst die Luft zum Atmen nimmt?

Zur KI/AI-Blase: Moore’s Gesetz gilt schon seit 10 Jahren nicht mehr

Ein ziemlich erhellender Text zur Computerentwicklung. Mir hat er zum Beispiel die Frage beantwortet, warum meine altersschwache Ausrüstung immer noch einigermaßen alles bewältigt. Und zum Schluss wird auch das Verhältnis der Finanzindustrie in Verhältnis zur Entwicklung der Computerinfrastruktur gesetzt [und die Frage aufgeworfen, warum börsengestützte Renten, wie sie jetzt angedacht werden, nicht so das Gelbe vom Ei sind].
[ich hatte das schon länger im Blick, aber gerade hat @vform es nochmal gepostet, was mir dann noch den Schubser gegeben hat, den Eintrag zu schreiben]

Removing Intrusive AI from stuff

@anotherfami weist auf den blogpost von @jessamyn in ihrem Blog librarian.net hin, in dem für

  • Google Workspace
  • Apple Intelligence & Siri
  • Copilot & Windows 11
  • Browser embedded AI (Chrome, Edge, Firefox, DuckDuckGo)
  • WhatsApp
  • Android/Gemini

gezeigt wird, wie man das ausschaltet – als bibliothekarische 
Aufgabe!

Die KI verbraucht sehr wenig Energie. Nicht.

Letzt stand in der FAS ein Artikel (Frankfurter Allgemeine Sonntagsheitung, 12. April 2026, Nr. 15, S. 29, €), in dem vorgerechnet wurde, wie wenig doch eine AI-Anfrage verbrauche. Schöne Milchmädchenrechnungen sind das! Netterweise macht die taz die ganze Rechnung auf. Und man sieht: Regulierung tut not! Und in Schulungen gehört diese Thematik ebenfalls formuliert und eingeübt – gehört zum Thema “Grüne Bibliothek”!

[via @v_i_o_l_a]

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Änderung der Google-Suche

Keine Banner, keine Ads – die Werbung wandert direkt in die Antwort. Was verdeckt ist, ist die blitzschnell vorhergehende Auktion, wer bzw. wessen Werbung zum Zug kommt, die dann direkt in die Antwort eingeflochten wird. Und dafür benötigt Google die ganzen Daten aus den verschiedensten Diensten, um das Menü gebrauchsfertig anrühren zu können, ein Menü, das fast ohne Hinweis auf die Quellen auskommt.

Ein sehr instruktiver Bericht aus dem Weblog von Matthias Ott, zwar englischsprachig, aber sehr gut zu verstehen! Vielleicht sollte man sich das Ende seines Beitrags nochmal auf der Zunge zergehen lassen:

Google is betting its entire future on a world where people eagerly hand over their emails, their files, their habits, and their trust – to an AI system that will quietly auction off their attention, word by word, to the highest bidder. The ad infrastructure is ready. The question is whether the audience is.

[via rivva]

Metahallidaten

(15.05.2026) Eine neue Analyse zeigt: Mittlerweile enthält jeder 277te biomedizinische Artikel erfundene Referenzen. Dahinter stecken vor allem halluzinierende KIs.

steht im Laborjournal, das auf eine

wachsende Geringschätzung gegenüber dem Literaturverzeichnis an sich, auf die die KI-Generierung der Referenzlisten und deren fehlende Überprüfung durch die Autoren

hinweist.

Vortrag und Folien: KI und Nachhaltigkeit

Aufzeichnung des Ideencafés der Grünen Bibliothek:

Die generative KI – erzeugt vor allem eines: den Druck, in Bezug auf Technologieeinsatz und Kenntnisstand nicht abgehängt zu werden. Angesichts des rasant wachsenden Fuhrparks an KI-gestützten Diensten fehlt allerdings häufig ein Bewusstsein dafür, welche immensen Ressourcen für Training und Betrieb aufgewendet werden müssen und auch, welcher Praktiken sich die großen Anbieter zu deren Bereitstellung bedienen. Gerade Bibliotheksmenschen sind aufgrund ihrer Funktion im öffentlich geförderten Informationsinfrastrukturbereich und aufgrund ihres Wertekanons dazu prädestiniert, für die ökologischen und sozialen Kosten des Einsatzes dieser Art von KI-Anwendungen sensibilisiert zu sein und ihrerseits andere zu sensibilisieren.

Aufgezeichneter Vortrag auf fairtube: https://fair.tube/w/mKujy418nvR6oyErtFmef4

Folien des Vortrags von Argie Kasprzik: https://doi.org/10.5281/zenodo.18659686

Regime der virtuellen Kleptokraten

So langsam fallen alle Schranken: Google installiert bei allen Nutzern von Chrome-Browsern ungefragt ein 4 GB grosses AI-Modell, das sich zudem kaum löschen läßt. Google folgt damit Anthropic, das bei einem Browser Add-On offensichtlich auch so vorgegangen ist. Ein ausführlicher Bericht erschien bei That Privacy Guy. Privacy? Das Recht auf Einverständnis? Einfach überrannt. Deprimierend.

Die netten Agenten

… agieren schon, ohne zu fragen. Anthropic wird in der Presse öfter als das bessere KI dargestellt. Kann man vergessen, es ist alles eins: Man achtet nicht auf den Willen von Kunden, sondern stülpt heimlich eine Backdoor in die Browser-Extensions.
[Alexander Hanff via That Privacy Guy][via @smeg]

Rechtliche Einschätzung von MS Copilot

Man sollte sich immer wieder vergegenwärtigen: LLMs sind statistische Modelle, die Wort für Wort das jeweils wahrscheinlichste nächste Wort bestimmen, ohne den Gesamtkontext zu verstehen. Bestenfalls liegt eine statistische Approximation von Kontext vor.

Eine aussagekräftige Einschätzung der rechtlichen Stellung von Microsoft Copilot im privaten als auch produktiven Bereich von Thomas Jakobs.

[via bubbles.town]

KI-generierte pseudowissenschaftliche Bücher – oder Brandolinis Gesetz

„Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion.“

von Stephan Wünsche im Blog der UB Leipzig am Beispiel der Praxis des Verlags “Tredition” dargestellt.

“Rechenzentren sind Vampire”

Der Bau von Rechenzentren boomt, in Deutschland und weltweit. Dadurch werden Strom und Wasser knapp, sagen Aktivist*innen und organisieren lokale Proteste. Auf der Konferenz „Cables of Resistance“ trafen sie sich zur Vernetzung.

netzpolitik.org berichtet über die Konferenz. Vielleicht wäre es sehr viel einfacher, die Regulierung bei dieser Infrastruktur anzusetzen, anstatt bei der wabernden Software, die einem mittlerweile aus jeder Anwendung entgegenquillt. Think global, act local.
Drüben auf bibfobi habe ich gerade auf ein Interview mit einem Philosophen hingewiesen, der herleitet, dass KI mit Bildung nichts zu tun hat.

KI auf der Platte – geschenkt oder Lockangebot?

Schieb.de macht auf ein Angebot von Google (bekannlich not evil</ironie) aufmerksam: LM Studio – ein Programm für Windows, Mac und Linux, ein Einstieg in lokale KI. Die Daten bleiben auf dem Rechner, man bemüht kein externes Rechenzentrum. Das ist schon ‘mal nett, doch der Satz, man

gewöhnt sich an das Ökosystem. Sobald mehr Leistung, Skalierung oder professioneller Support nötig werden, wartet Google Cloud.

sollte misstrauisch machen.
Wer die Geschichte von unzähligen Software-Angeboten seit Web 2.0 Revue passieren läßt, weiß, dass irgendwann die Daumenschrauben angezogen werden und der Spruch mit “not evil” halt nicht mehr stimmt. (Weswegen ihn Google ja auch ausradieret hat) – Das Angebot ist sicher attraktiv, auch in seiner Ausformung, insbesondere für jene, die sich aus Klimagründen bisher zurückgehalten haben. Doch sie sollten den Haken im Blick behalten. Vielleicht sollte man noch auf Open-Source-Modelle warten. Schwierig.
[via rivva] (Dank an @SemAntiKast@openbiblio.social für die Beratung!)