Keine Banner, keine Ads – die Werbung wandert direkt in die Antwort. Was verdeckt ist, ist die blitzschnell vorhergehende Auktion, wer bzw. wessen Werbung zum Zug kommt, die dann direkt in die Antwort eingeflochten wird. Und dafür benötigt Google die ganzen Daten aus den verschiedensten Diensten, um das Menü gebrauchsfertig anrühren zu können, ein Menü, das fast ohne Hinweis auf die Quellen auskommt.
Ein sehr instruktiver Bericht aus dem Weblog von Matthias Ott, zwar englischsprachig, aber sehr gut zu verstehen! Vielleicht sollte man sich das Ende seines Beitrags nochmal auf der Zunge zergehen lassen:
Google is betting its entire future on a world where people eagerly hand over their emails, their files, their habits, and their trust – to an AI system that will quietly auction off their attention, word by word, to the highest bidder. The ad infrastructure is ready. The question is whether the audience is.
“Das Ende der Suche” lautet der Titel des Beitrags von Maren Burghard im Blog des Deutschen Museums betitelt, der – wie ich finde – den Paradigmenwechsel bei der Recherche gut auf den Punkt bringt:
Hier zeigt sich die eigentliche Verschiebung der medialen Ordnung. KI-Systeme organisieren Wissen nicht mehr als offenes Netz von Verweisen, sondern als schlüsselfertig erzählte Einheit. Sie bestimmen, was relevant ist und wie es erscheint. Für alle, die Informationen öffentlich zugänglich machen – ob Institutionen, Redaktionen, Organisationen oder einzelne Personen –, verändert sich damit die Situation grundlegend. Digitale Sichtbarkeit hängt nicht mehr allein davon ab, ob Informationen irgendwo im Netz bereitstehen, sondern ob sie in den Antworten der Systeme überhaupt noch vorkommen – und in welcher Form sie dort erzählt werden.
Das macht es auch so schwer, es in die Informationskompetenz-Curricula zu integrieren, da es sich nicht – wie bisher – darum handelt, etliche neue Quellen mit knappen Anweisungen ins Skript/in den Ablauf zu integrieren, sondern um die Frage, wie und wo das methodisch seinen Platz hat und wieviel von den “alten” Inhalten man weiterhin vermittelt.
Erste große Website wegen Googles AI Suchergebnissen geschlossen
Übersicht mit KI: Erste große Website macht ganz konkret wegen Googles AI Suchergebnissen dicht – weil sie deshalb keine Besucher mehr “erfährt”.
Der Diebstahl der KI und die Effekte, die dies für die Internetnutzug und -recherche haben wird, wird hier plastisch geschildert. Holland-Cycling.com schließt 2026 seine Homepage. Artikel auf Herrmontag.
@base schreibt auf Mastodon über #libxml2, auf dessen Dienstleistung das Angebot fußt, indem die geharvesten Daten damit in eine Ordnung gebracht werden. Ein Hinweis auf die vielfältigen Beziehungen von Open Source Software. Beziehungen heißt auch Abhängigkeit, das kommt in dem Beitrag zum Ausdruck. Deshalb Danke! Wir alle schätzen das Angebot von BASE sehr!
“Im Artikel stehen Passagen, die man der Nachrichtenlogik folgend eben einfach zitiert, denn man ist ja nur Nachrichtenredaktion, nicht Faktencheckabteilung. Und mit einem Faktencheck käme man an vielen Stellen auch gar nicht weiter, denn wenn jemand die Wirklichkeit bis ins Unkenntliche verdreht, müsste man oft schon ziemlich weit ausholen, um das zu erklären.”
Meiner Meinung nach einer der wichtigsten Newsletter zurzeit, weil er jeden Tag den Finger in die Wunde (des Journalismus, der öffentlichen Wahrnehmung) legt: Das Altpapier.
Sven Gigold referiert den Trend, dass Suchmaschinen eher zu Findemaschinen werden und dass der AI-Einbingungstrend dies noch verstärkt, so dass tendenziell weniger Traffic von Suchmaschinen zu Homepages, insbesondere zu mittleren und kleinen geleitet werden. Die diskutierten Lösungen – Blogrolls, Aggregatoren oder Linksammlungen überzeugen nicht recht, weil sie die Masse der Homepages gar nicht erschließen können und auch schnell(er) veralten. Zumal ja zu Recht gesagt wird, dass viele schon von den Suchmaschinen abgewandert sind und die Suche bei TikTok, YouTube oder Reddit verwenden …
“Bedenkt man den Privatsphäre-Verlust, der in der Aufzeichnung und Auswertung der täglichen Suchanfragen bei werbefinanzierten Suchmaschinen einhergeht, dann ist das Versprechen und die Technik der beiden kostenpflichtigen Suchmaschinen eine tolle Entwicklung. Für ein paar Euro im Monat bekommt man eine werbefreie Suche, die sogar technisch anonym gebaut ist. Der Support ist gut und die Bemühungen um den Datenschutz sind bei beiden Organisationen überzeugend verankert.”