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Kein Ausweg aus der Schleife

Barbara Geyer schreibt in “KI in Lehre und Weiterbildung” über den Einsatz von KI in Schulungen, immer sehr instruktiv, auch unangenehmen Themen nicht aus dem Weg gehend.

Im aktuellen Eintrag “Kann ich KI nutzen, ohne zu schaden?” berichtet sie über den Einsatz von, nennen wir es einmal “agentischer  KI”. Sie nennt es anders, meint, dass die meisten die LLMs noch im “Telefonmodus” verwenden, dass dann aber als nächste Stufen der “Archivmodus” und dann der “Büromodus”, der im Augenblick oft als “agentische KI” diskutiert wird.

Sie dokumentiert sehr transparent ihr Tun und kommt zum Schluss dann zur Frage des Energieverbrauchs, auf den sie auch keine Antwort findet. KI sei so effektiv, dass man sie schulen müsse, und zwar nicht nur ein Programm, sondern möglichst mehrere, da verschiedene Programme und Versionen unterschiedliche Effizienz bieten. Bei der Frage des Verbrauchs von Umweltressourcen greift sie sogar zurück bis in die Dampfmaschinenzeit und zeigt kurz auf, welche gesellschaftliche Auswirkungen diese Technologie hatte. Um so offener, was ein breiter Einsatz von so genannter KI zurzeit bedeutet … Irgendwo kurz vor Schluss steht das ratlose “Kein Ausweg aus der Schleife”.

Unausweichlich, dass man sich selbst die Luft zum Atmen nimmt?

Blick aufs Verlagswesen

@herbilis.bsky.social‬ schreibt auf Bluesky vor ca. 3 Monaten:
“Der Verlag empfiehlt grundsätzlich auf ein Register zu verzichten, da es durch die Volltextsuche in unseren elektronischen Produkten nicht mehr notwendig ist.”
–> Was ist das für ein unprofessionelles Verständnis von Registerarbeit??
Und @donauschwalbe.bsky.social zitiert das und schreibt:
In meinem Buch sollten die Einzelnachweise ausgelagert (!) werden auf ne Webseite. Was, wenn Webseite down geht? Wissen entkoppelt. Völliger Bullshit. Musste so kämpfen… Auch um zu verhindern, mit Hunderten E-Mails belästigt zu werden, ob Aussagen stimmen (haben ein paar davon auch MIT gekriegt) 🙄
Letzteres könnte Sinn machen – wegen Kostenfragen und Aktualisierungsmöglichkeiten -, aber “Wissen entkoppelt” fasst die Problematik doch recht gut zusammen! Jedenfalls sollte doch zu einem wissenschaftlichen Werk gehören zusammen. Klar kann Wissen an verschiedenen Stellen angesammelt und miteinander vernetzt werden, das gilt aber eher für die Produktion im Team als für ein Endprodukt. Und die Nicht-Notwendigkeit von Registern – da bleibt man als Bibliothekar*in sprachlos …
[Dank an @stephanieseul.bsky.social für das Weiterleiten!]

Gendersensible Katalogisierung in Bibliotheken

Bethke, M. F. (2026). Gendersensible Katalogisierung in Bibliotheken. doi.org/10.5281/zenodo.20817992

Erste Version eines Zines. Ertrag einer Lehrveranstaltung einer TH-Köln-Studierenden mit dem Titel: “Gendersensible Erschließung: Sensibilisierung für Queerness in Bibliothekskatalogen”

[via @fuzzyleapfrog und hier nochmal]

UB geht an die Öffentlichkeit: Erwerbungsmittel halbiert

Selten, dass es eine UB einmal in die Tagesschau-Meldungen schafft. Zumindest in die Online-Meldungen hat es die Landes- und Unibibliothek Hamburg, SUB geschafft. Es fehle an Geld, um Bücher zu kaufen. Sie hat den Nutzerinnen und Nutzern mitgeteilt, dass sie ihren Kernauftrag momentan nicht erfüllen könne. Hier der Text der Meldung.

Es sind mehrere Kollegen – in meinem Fall auf Bluesky -, die auf die Quelle hinweisen und entsprechend kommentieren.

Metahallidaten

(15.05.2026) Eine neue Analyse zeigt: Mittlerweile enthält jeder 277te biomedizinische Artikel erfundene Referenzen. Dahinter stecken vor allem halluzinierende KIs.

steht im Laborjournal, das auf eine

wachsende Geringschätzung gegenüber dem Literaturverzeichnis an sich, auf die die KI-Generierung der Referenzlisten und deren fehlende Überprüfung durch die Autoren

hinweist.

Zotero 9 has launched

“Zotero 9 has launched with Read Aloud for PDFs and EPUBs, improved annotation tools, a new recently read collection, per-group file renaming settings, new group library columns, a web-based login option, performance improvements, and more. https://alternativeto.net/news/2026/4/zotero-9-brings-read-aloud-annotation-integrations-recently-read-and-performance-boosts/

Oder gleich hier: https://www.zotero.org/

Safeguard Access, Empower Europe: An Action Plan to Let Libraries be Libraries

Nine actions to ensure Europe’s libraries can continue to support research, education, preservation, and cultural participation in the digital age. – Ein Text zum Herunterladen mit Kampagnenmaterial und anderen Initiativen. [via @ZBW_MediaTalk]

Open Desk für alle!

Das ist fein, dass mir dieser Artikel in heise.de die Frage beantwortet, warum Freie Software so teuer im Vergleich zu Microsoft-Produkten sind:

Während Microsoft den Gratis-Zugang als Marketinginstrument zur langfristigen Bindung nutzt, muss die souveräne Lösung ihre Infrastruktur real finanzieren.

Es handelt sich um einen Bericht über einen Brief von IT-Experten an den Bundesdigitalminister. Sie befürchten

(…), dass Deutschland die Kontrolle über seine Bildungs- und Forschungsinfrastruktur an nicht souveräne Ökosysteme verliert.

[via ZBW Media Talk]

Podcast Datentracking in der Wissenschaft

Pünktlich zum 2. Digital Independence Day ist die Auftaktfolge meines Podcasts “Die Wissensarchitekt*innen” mit Renke Siems (@RenkeSiems) und Yuliya Fadeeva “Was ihr schon immer über Datentracking in der Wissenschaft wissen wolltet” online! Danke an meine Gäste und viel Spass beim Zuhören!

Ulrike Wuttke auf Mastodon. Hier in ihrem Blog noch eine weitere Einführung zum Podcast.

Schreiben im Internet

Bei de.hypotheses.org lesen wir jeden Tag dutzende wissenschaftliche Blogbeiträge. Dabei fällt uns eines immer wieder auf: Selbst Themen, die auf den ersten Blick eher abseitig wirken, können uns so sehr fesseln, dass wir den Artikel zu Ende lesen, und zwar gern!

Ein How-To-Text der Hypotheses-Redaktion. Vor allem für jene, die längere Texte publizieren sollen. Hier finden Sie Hinweise, wie man das ansprechend macht.

Open Access Publikationsplattform „Open Research Europe“ (ORE)

Björn Brembs hat auf dem Verfassungsblog einen Beitrag zu “Rechnungshof statt Redaktionsschluss” veröffentlicht. Es geht – im allgemeinen und speziellen – um Publikationsdienstleistungen. Ein paar Minuten Lektüre, die sich lohnen! – Ist Teil einer Serie “Wem gehört die Wissenschaft?”

‘raus aus dem Käfig: “entspannter, schneller, freier”

“Erfahrungsberichts eines Wissenschaftlers über den Wechsel von Windows zu Linux im wissenschaftlichen Alltag”

[via SLUB Science Lab]

Der Beitrag dreht sich nach allgemeinen Erwägungen – eben die Microsoft-Misere – um zwei Fragen,

    1. Gibt es für alle meine Arbeitsprogramme unter Linux brauchbare Alternativen?
    1. Ist das System alltagstauglich – oder endet es in ständiger Bastelei?
  • die zur Zufriedenheit beantwortet werden.

    Vielleicht ein Beitrag, den man an Hochschulen skeptischem Lehrpersonal zeigen könnte …

    dfg: Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Dateninfrastrukturen im Forschungsbereich

    Für den Zeitraum von 2025 bis voraussichtlich 2027 stellt die DFG laut dem Aufruf finanzielle Mittel in nicht genannter Höhe bereit, um Datensätze und Forschungsergebnisse aus ausländischen Cloud-Speichern herauszulösen.

    [via heise.de]

    Papiermühlen – Papermills

    “Paper Mills produzieren in großer Zahl gefälschte Forschungsarbeiten – oft unterstützt durch KI. Wie groß ist das Ausmaß dieser Schattenindustrie? Welche Spuren hinterlässt sie im wissenschaftlichen System? Und welche Gegenstrategien braucht es, um ihre Methoden zu erkennen und sie zu stoppen?”

    Das Laborjournal zu einer neuen Publikationsmasche.